Vllt. hab ich den Namen schon gehört resp. gelesen, kann mich nur nicht erinnern dran, Phil..

Ich hatte vorhin auch nicht im Stitz nachgesehen. Andere Namen, die hier aufgeführt wurden, sind, glaube ich auch schon wieder verschwunden. Stimmt auch, was Du sagst, die Vielzahl der Arten ist bei augenscheinlicher Gleichförmigkeit bei Chthonolasius schon schwer zu handhaben.
Ich glaub eigtl., dass die Bestimmung dieser Arten am ehesten anhand von Beobachtungen der speziellen Lebensweisen gelingen kann. Anhand von Beborstung etc. am toten Tier ist mir alles viel zu spekulativ. Im Stitz werden nun, glaube ich die Schuppen als sehr sicheres Indiz verwandt, aber wer weiss...
Lebensweise, Koloniegründung usw., welche Hilfsameise, das sind sicher sichere Parameter. Wobei man dann auch nicht genau weiss, wie "flexibel" die Arten sind, gründen sie etwa dann bei Cautolasius wie auch bei Arten aus der niger-Gruppe? Und, tun sie das im Freiland unter normalen Bedingungen?
Der Hinweis oder die Beobachtung, dass sie es in Gefangenschaft "können", ist kein Beleg, das zeigen die Versuche mit angeblich erfolgreichen Ausgang mit Koloniegründungen von Lasius fuliginosus bei Hilfsameisen von niger oder auch flavus. Es dürft mittlerweile jedem klar sein, dass fuliginosus im Freiland ausschliesslich Chthonolasius parasitiert. Und ob hier nun alle heim. Chthonolasius-Arten in Frage kommen oder nur einzelne, ist auch noch unklar und bedarf eigentlich weiterer Untersuchungen.
Es ist, mit Verlaub, schwierig, in Gefangenschaft "naturgetreue" Bedingungen zu erreichen (Nicht für die "normale" Haltung unserer Tiere, wohl aber für vergleichende Untersuchungen zur Biologie zB. solcher Sozialparasiten...). Zumindest in der Hinsicht, dass wir dann diese Bedingungen denen im Freiland gleichstellen können und das Verhalten einer untersuchten Ameise als völlig normal und unbeeinflusst beschreiben können. Auch angesichts des Aufwandes, der ja dann betrieben werden müsste. Denn das würde ja bedeuten, dann man einer Jungkönigin Kolonien möglichst aller als Hilfsameisen in Frage kommenden Lasius-Arten zur "Auswahl" vorsetzt. Das sind schon mal eine ganze Menge. Das sollten auch noch unterschiedliche Kolonien jeder Art sein, weisellos, weiselrichtig, mit vielen oder mit wenigen Arbeiterinnen. dann würde man erkennen können, welche Strategie die Chthonolasius der untersuchten Art einschlagen, wie sie vorgehen, welche Arten und welche Kolonie bevorzugt werden und am Ende, wo die Aussicht auf Erfolg gegeben ist. Das dann nicht nur bei einer Chthonolasius-Königin der entsprechenden, untersuchten Art, sondern bei vielen, um einen wirklichen Beleg zu erhalten. Das ist leider faktisch unmöglich. Es kann einfacher sein, die Tiere im Freiland zu beobachten und dort zu verfolgen, in welche Kolonien die Chthonolasius-Königinnen eindringen bzw. sich in deren Nähe aufhalten (mixtus).
Waren meine Versuche bei der seit langem gut erforschten und eindeutig bestimmbaren

Art fuliginosus noch einfach, weil es klare Hinweise in der Literatur gab und eindeutige Freilandbeobachtungen von mir und vielen anderen vor mir, dürfte das bei den vielen, sich ähnelnden Chthonolasius sehr schwer werden. Hier ist es schon schwer bis unmöglich, die Jungköniginnen zuzuordnen. Die Probleme beginnen praktisch bereits vor den Versuchen.
Das ist das Problem. Ein halbwegs geglückter Versuch mit dem Überleben der Königin über etwa ein halbes Jahr oder ein Jahr in der Gefangenschaft kann Freilandbeobachtungen nicht ersetzen oder gar in Frage stellen

, wie wir es bei Lasius fuliginosus lange Zeit erlebt haben. Ein solcher Versuch kann leider nichtmal als wirklicher Beleg herangezogen werden. Das nur, wenn er untermauert ist von Freilandbeobachtungen und anderen Quellen. Finde ich zumindest, denn das würde ähnliche Verwirrung stiften wie es sie bei fuliginosus gab und gibt, wo es sogar in der Fachliteratur fehlerhafte und unklare Beschreibungen gibt. Zuerst müssten sowieso Freilandbeobachtungen gemacht werden und/ oder aber die Literatur nach Spuren durchsucht werden.
Für fuliginosus gab es wie gesagt jede Menge sehr guter Hinweise, die Annahme, dass die Art ausschliesslich bei Chthonolasius gründet, warund ist ja nicht neu und ist nicht von mir! Mich hat immer gewundert, wieviel Unsinn trotzdem über die Koloniegründung und Biologie dieser Art damals und noch heute geschreibselt wird.
Sei es, wie es sei. Wir sehen uns das mal im Winter an, wo sich die vermutlichen mixtus aufhalten und welche Lasius-Arten in der Nähe sind. Nach allem, was wir wissen, müssten wir es bei "Winterfunden" ja mit mixtus zu tun haben. Bei den Tieren, die ich fand, gab es weit und breit keine Cautolasius, wie ich mich erinnere, aber da kann man leicht irren. Es gab aber immer Arbeiterinnen und Nestgänge von niger unter diesen Folien.
Na wir sehen uns das im Herbst/Winter mal an, Phil.
LG, Frank.