Hallo Frank,
ja, das ist natürlich das Problem. Aber ich denke, probieren geht über studieren. Die Laborgründungen von Lasius fuliginosus finden unter "großen Druck und Zwang" statt, man setzt die Königin ja einfach so zu frisch geschlüpften Arbeiterinnen oder steckt sie ins Reagenzglas mit der Wirtskolonie konfrontiert sie so, dass sie keine andere Wahl haben.
Aber bei den Chthonolasius bin ich ja von Anfang an anders vorgegangen. Ich habe zum einen eine tatsächliche Kolonie und nicht irgendwelche unausgereiften Arbeiterinnen genommen. Diese hatten eine Arena zur Verfügung, und ein eigenes Nest, das sie sich auch passend eingerichtet haben, da ich sie ohnehin einige Zeitlang erstmal weisellos gehalten habe.
Dann habe ich die Königin in die Arena gesetzt. Sie hat hier eine Wahl, sie muss nicht die erstbeste Arbeiterin ergreifen. Sie kann sich abgesondert verstekcne, fliehen: Allein dadurch erlangt das Ganze ja an einer deutlich größeren Aussagekraft. Bei kleineren Völkern könnte man es auch zumindest für einen Tag lang vielleicht sogar realisieren, zwei verschiedene Arten an eine Arena anzuschließen, und der Königin somit eine Wahl zu lassen. Wenn die Völker nicht zu groß sind, werden sie sich nicht sofort zermetzeln, denke ich.
Ich glaube nämlich, wenn man eine Lasisu fuliginosus Königin auf ähnliche Art hätte versucht gründen zu lassen, sie wäre nicht zu den Lasius niger hereinmaschiert. Wobei die Aussage jetzt zu belegen wäre, sollte man wirklich dringend mal nachstellen. Wo das doch eigentlich so einfach zu realisieren wäre.
Natürlich sind die Ergebnisse dann nicht 1 zu 1 auf die Natur zu übertragen: Aber ich bin sicher, dass sie zumindest Rückschlüsse darauf zulassen.
Grüße, Phil
